Unterhalb des Brunnenkasten in einem römischen Weinfass finden die Grabungsleiter Dr. Gabriele Rasbach und Dr. Armin Becker den vergoldeten, bronzenen Kopf eines Pferdes. Dies ist das bisher größte Fundstück des Reiterstandbildes, das auf dem Innenhof des Forums stand. Wenige Tage zuvor trat zwischen Brunnenkasten und Fass ein Fuß des Reiters zutage.
Der filigran gearbeitete Pferdekopf ist wegen seiner Einmaligkeit auf einer Stufe mit der Himmelsscheibe von Nebra und dem Keltenfürsten vom Glauberg zu sehen. Die Restaurierung des Kopfes dauert voraussichtlich zwei Jahre.
Bilder der Brunnengrabung
Ende März wurde mit der Untersuchung des 2000 m2 großen Nordteils der bereits 2007 geöffneten und mit einem Sondenabstand von 12,5 cm auf dem Baggerplanum geomagnetisch prospektierten Grabungsfläche begonnen. Bereits nach Anlage des ersten Planums zeigte sich, dass mit dieser Methode zusammenhängende Strukturen sehr exakt erfasst werden konnten. Dies trifft insbesondere auf den ost-west verlaufenden Wassergraben einschließlich der Überreste des ursprünglich hölzernen Unterbaus der Straße zu sowie auf die beiden nebeneinanderliegenden, 8,5 x 16,2 und 7,7 x 16,5 m großen, nach Süden offenen Bauten (Gebäude 24 a und 24 b) nördlich der Straße.
Gleichzeitig gibt es im Osten, Norden und Westen Spuren weiterer Gebäudeteile, von denen bisher nur Einzelpfosten
erfasst wurden und die in der Geomagnetik nicht erkannt wurden. Größe, Ausdehnung und Zusammenhang dieser
Bebauungsspuren mit dem zentralen Baukomplex werden derzeit untersucht.
Förderverein Römisches Forum Waldgirmes e.V. - 35633 Lahnau - Georg-Ohm-Str. 2