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Das Forum

Von besonderer Bedeutung für die Interpretation als Stadtgründung ist das 54 mal 45 m große Gebäude im Zentrum der Anlage. Seine Fundamente bestanden aus 40 bis 45 cm breiten, teilweise bis zu drei Lagen hoch erhaltenen Steinmauern, deren ursprüngliche Vermörtelung partiell noch nachweisbar war. Auf diesen Sockelmauern war das Gebäude in Fachwerk errichtet. Drei je 6 m breite Flügel umgaben im Osten, Süden und Westen einen 32 mal 24 m großen Innenhof, der im Norden durch eine 45 mal 12 m große Halle abgeschlossen wurde. In ihrer Längsachse verlief eine Reihe von ursprünglich zehn mächtigen Pfosten, von denen vier in Pfostengruben eingesetzt waren. Die übrigen saßen auf quadratischen, 0,5 m breiten Steinfundamenten auf.

Die Steinfundamente des römische Forums bei Waldgirmes aus der Luft

An der nördlichen Längsseite der Halle lagen drei Annexbauten. Ein quadratischer, 100 m2 großer zentraler Saal wird von zwei je 6 m breiten und tiefen Apsiden flankiert. Die Annexbauten verbinden das Zentralgebäude von Lahnau-Waldgirmes mit Forumanlagen der späten Republik und der frühen Kaiserzeit. Es handelt sich dabei um Platzanlagen, bei denen eine Seite durch eine quer zum Forum liegende Basilika eingenommen wird, die meist einen oder mehrere Annexbauten besitzt. Die Basilika ist bei diesem Typ das den Platz dominierende Bauwerk. Ein Tempel gegenüber der Basilika fehlt. Die Funktion der Annexbauten lag im Rahmen der munizipalen Selbstverwaltung.

Steinfundamente der Apsiden Steinfundamente des Annexbaus

Für den zentralen Anbau in Waldgirmes liegt eine Deutung als curia/aedes Augusti nahe, die beiden flankierenden Apsiden könnten weitere Amtsräume oder tribunalia gewesen sein.

Das Reiterstandbild

Der Fundort Waldgirmes zeichnet sich auch durch Fragmente einer vergoldeten etwa lebensgroßen Bronzestatue aus. Insgesamt konnten bisher 17 meist sehr kleinteilige Fragmente geborgen werden. Ein Fragment, das während der Grabungskampagne des Jahres 1997 zutage gekommen ist, fällt durch seine Größe und Verzierung auf. Es ist etwa 40 cm lang, leicht gebogen und hat nur an einer Schmalseite eine Bruchkante. Auf der Vorderseite ist eine relativ grobe Ranke zu sehen, aus der in regelmäßigen Abständen Blüten entspringen.

Vergoldete Bronzeteile der Reiterstatue

Während der Kampagne des Jahres 2000 kam das größte derzeit bekannte Bruchstück der vergoldeten Bronzestatue zutage. Es handelt sich um einen Teil eines Mittelfußes des Pferdes, der über dem Huf abgebrochen ist. Dieser Fund bestätigt die Annahme, dass es sich um eine lebensgroße Plastik gehandelt hat. Bisher wurde diese Tatsache nur mittelbar aus dem geborgenen Teil der Brustschirrung geschlossen. Geht man vom oberen Umfang des Bruchstückes aus, ergibt sich ein guter Vergleich z.B. zu den Pferden von San Marco. Das Stück wurde vor der Vergoldung nur auf einer Seite nachbearbeitet, was ein deutlicher Hinweis auf nur eine Schauseite ist. Bei dem Stück aus Waldgirmes handelt es sich wegen des abgerissenen Hufes mit einiger Sicherheit um ein aufgesetztes Bein. Der Umfang der Fessel sowie die einseitigen Kaltarbeiten deuten auf das rechte Hinterbein.

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AUSGRABUNG

Pferdekopf

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