Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Dafür finden jährlich am zweiten Sonntag im September bundesweit Aktionen in musealen Einrichtungen statt. (Quelle: tag-des-offenen-denkmals.de)
Lastprahm, Matrona und Legionäre – Römer begeistern in Waldgirmes
Zum Tag des offenen Denkmals 2011 hatte der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes auf das Ausgrabungsgelände eingeladen. Bei zunächst schönem Wetter informierten
sich die Besucher über das römische Leben in augusteischer Zeit. Zum ersten Mal präsentierte sich die „Legio I GERMANICA“ der Öffentlichkeit, ihre Ausstellung wurde
von den Gästen rege besucht. Die Legio befindet sich derzeit noch im Aufbau, doch es ist erstaunlich, was acht Männer in einem halben Jahr auf die Beine gestellt haben.
Vom Wurfspeer bis zum Helm des Centurio, vom Schild bis zur Tunika; alles wurde gezeigt, demonstriert und erklärt. Die Besucher durften selbst erleben, wie schwer ein
Kettenhemd war und wie ein Schild entsteht. Römische Spiele aus Holz stießen gerade bei Kindern auf reges Interesse. Für viele Fotos der Besucher mussten die Legionäre
Modell stehen, denn die Ausrüstung war eindrucksvoll und erinnerte an die Römertage von 2009.
Dass im Rahmen des Tags des offenen Denkmals in Waldgirmes die wahrscheinlich größte Veranstaltung der Region geboten wurde, ist dem ehrenamtlichen Team des Fördervereins zu verdanken. Darüber hinaus begeistert das Thema „Römer
in Waldgirmes“ immer mehr Personen, aus der weiteren Region waren viele Besucher angereist.
Ein Bastel- und Spielprogramm für Kinder bot das Team der RöMinis, der Kindergruppe des Fördervereins. Große Bewunderung erfuhr in diesem Zusammenhang die
Puppen-Ausstellung mit selbst genähter römischer Kleidung. Das Thema Kelten wurde durch den Verein „Archäologie im Gleiberger Land“ anhand von Repliken und einer
kleinen Ausstellung gezeigt. Besonders beeindruckt hat die Gäste der Nachbau der Aegina. Das 6m lange Lastschiff wurde in Darmstadt gebaut und für die Ausstellung
extra nach Waldgirmes gebracht. Stadtrömische und gallorömische Trachten der frühkaiserlichen Zeit standen im Mittelpunkt von zwei Modenschauen und präsentierten das
zivile Leben in der römischen Siedlung, Damen- und Kinderausstattungen sowie zwei Herrenausstattungen, begeisterten die zahlreichen Zuschauer. Diese entstanden im
Vorfeld durch das Projekt „Römische Mode nähen“, die Finanzierung erfolgte durch Kostümpaten. Die dritte Modenschau fiel aufgrund des schlechten Wetters aus. Die
Veranstaltung musste wegen starkem Unwetter bereits nach der Hälfte der Zeit abgebrochen werden. Beachtlich, dass um diese Zeit bereits gut 800 Besucher anwesend
waren – so viele, wie die Veranstaltung im letzten Jahr bei durchweg schönem Wetter zählte.
Unsere Kostümpaten
800 Besucher auf den Spuren römischer Handelswege
Römisches Kaiserwetter lockte rund 800 Besucher am 12. September 2010 auf das Gelände des Römischen Forum Waldgirmes. Das diesjährige Thema des
Tag des offenen Denkmals „Reisen, Handel und Verkehr – Kultur in Bewegung“ war für die Ausgrabungsstätte und den Förderverein Römisches Forum
Waldgirmes sehr geeignet, um die historischen Hintergründe der römischen Stadtgründung aufzugreifen und antike wirtschaftliche Zusammenhänge
darzustellen. Regelmäßig wurden von den Grabungsexperten Dr. Gabriele Rasbach und Dr. Armin Becker in kurzen und gut besuchten Vorträgen die
mögliche strategische Bedeutung der römischen Stadt im antiken Waldgirmes erläutert. Ergänzt wurde dies durch eine Sonderausstellung, in der eine
römische Transportamphore, ein römisches Modellkriegsschiff und einem eigens für die Veranstaltung gebauter Modell-Lastprahm gezeigt wurde. Eine
authentische Legionärsausrüstung sowie zum Thema passende Informationstafeln rundeten die Ausstellung ab.
Zwischen 10 und 17 Uhr konnten die Besucher auf dem marktplatzähnlich gestalteten Gelände vielfältige Informationen sammeln. Insbesondere die
Vorführungen der Römergruppe Cohors IIII Vindelicorum aus Großkrotzenburg begeisterten die Besucher. Sie erlebten die Herstellung von Puls – einem
einfachen Getreidefladen als Grundnahrungsmittel der Legionäre – und Vorführungen an einem Pfeilgeschütz. Neben dem Verkauf von handgefertigtem
keltischem Schmuck des Replikaten-Künstlers Neidhardt durften die Besucher in die Kunst der keltischen Brettchenweberei bei Frau Kraushaar-Hofmann aus
Gießen Einblick nehmen. Der Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. ergänzte die keltische Ausstellung mit Funden und Informationen zu den
Grabungen auf dem Dünsberg. Auch für Kinder wurde einiges geboten. Sie gestalteten kleine Mosaik-Bilder und Schmuck, bemalten Schilde oder wurden
römisch frisiert. Eine besondere Herausforderung war das anfertigen eines Stück Kettenhemd unter fachkundiger Anleitung.
Kulinarisch wurden die Gäste mit Lukanischen Würstchen und Römerfladen und weiteren römischen Köstlichkeiten verwöhnt.
Förderverein Römisches Forum Waldgirmes e.V. - 35633 Lahnau - Georg-Ohm-Str. 2
Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Montag-Freitag 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr
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