Wetzlarer Neue Zeitung

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Fraktionen haben Bedenken

Lahnau (ag/jes). Die Fraktionen von CDU, Freien Wählern (FW) und Bündnis 90/Die Grünen in der Lahnauer Gemeindevertretung wollen in der nächsten Parlamentssitzung (heute um 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Waldgirmes, Nordendstraße 1a) erneut das Thema "Römerforum" auf die Tagesordnung bringen. Die drei Fraktionen sind nicht bereit, die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Römerforums zu akzeptieren, die in der jüngsten Sitzung am 15. September vorgestellt worden ist.

"Das vorgelegte Arbeitsergebnis entspricht nicht den Vorgaben des Ausschreibungstextes", kritisieren die Fraktionsvorsitzenden Klaus-Jürgen Preuschoff (CDU), Holger Wörner (FW) und Brigitte Sauter-Hill (Bündnis 90/Die Grünen) in ihrem Dringlichkeitsantrag zur heutigen Sitzung.

Planer sollen nachbessern

Sie fordern das beauftragte Planungsbüro zu Nachbesserungen auf, bevor die Rechnung für die Machbarkeitsstudie in Höhe von schätzungsweise 32 000 Euro beglichen wird.

So vorzugehen, sei durch einen Beschluss der Gemeindevertretung vom 14. Juli 2004 gedeckt. In der Beschlussvorlage habe es damals geheißen: "Der Gemeindevorstand wird aufgefordert, von Planungsbüros ausgearbeitete sozialwissenschaftliche Studien und Konzepte erst nach Prüfung der Qualität zu bezahlen."

Den Fraktionsvorsitzenden zufolge ist in der Machbarkeitsstudie zwar ein "großes Szenario" ausgearbeitet worden. Das "kleine Szenario als Alternative solle aber deutlich ausführlicher als bisher" konzipiert und präsentiert werden. Außerdem soll ein "mittleres Szenario" erstellt werden.

"Große Lösung" für das Römerlager?

Das "kleine Szenario" sieht beispielsweise ein rekonstruiertes Fundamentbauwerk mit einer kleinen Einrichtung für Besucher vor. Diese Variante sei in der Studie nur "skizziert" und "vorschnell verworfen" worden, kritisierten die Fraktionsvorsitzenden. Sie sagen: "Es ist ausdrücklich nicht die Absicht der Gemeindevertretung gewesen, ihre Zuständigkeit für die Entscheidung an das Planungsbüro abzutreten."

Stattdessen befasse sich die Studie ausführlich mit der "großen Lösung". Diese sehe die Gesamtrekonstruktion des Römerstützpunktes, die Einrichtung eines Museums und die Anlage eines archäologischen Parks vor. In der Ausschreibung sei aber ausdrücklich auch die Erstellung eines "mittleren Szenarios" gefordert worden, und dieses "mittlere" Szenario fehlt. "Damit ist der erteilte Auftrag nicht erfüllt", stellen die drei Fraktionsvorsitzenden fest.