Denkmal-Antrag soll Römerlager retten
Gutachten über (inter)nationale Bedeutung soll Bundes- und EU-Mittel fließen lassen
Lahnau. (ag). Auf Anraten des Landesamts für Denkmalpflege hatte der Vorstand des Fördervereins für
archäologische Forschungen am römischen Stützpunkt Lahnau-Waldgirmes den Beschluss gefasst, die freigelegten
Fundamente noch in diesem Jahr zuschütten zu lassen. Die Zudeckung soll dem "Schutz und der Konservierung"
der Funde dienen, stellte der Geschäftsführer des Vereins, Erwin Schmidt, in der Sitzung des Ausschusses für
Soziales, Kultur und Sport (SKS) klar. Mehrere Jahre lang hatten Nässe und Frost erhebliche Schäden angerichtet.
Vor allem an den kleineren Steinen waren Frostschäden und ein Schwund an der Oberfläche deutlich erkennbar. Um die
verbliebenen Steine zu retten, bestand dringender Handlungsbedarf (wir berichteten).
Doch machte Schmidt gleichzeitig auch leise Hoffnung, dass damit noch nicht das letzte Wort in Bezug auf das Forum gesprochen
ist. Er berichtete von einem Briefwechsel mit dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Dabei habe das
Ministerium deutlich gemacht, dass die früher zugesagten Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Verein hatte
mit dem Geld eine denkmalgerechte Aufmauerung der Fundamente geplant.
Unter der Bedingung, dass auch die Gemeinde ein Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 270 000 Euro übernimmt,
machte der Minister dem Verein in einem weiteren Schreiben Hoffnung, dass im kommenden Jahr Geld aus Landesmitteln
bereitgestellt würde.
Ein weiteres Drittel der Summe hofft Schmidt über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanzieren zu können. Zwar
war sein letzter entsprechender Antrag aufgrund knapper Kassen der Stiftung abgelehnt worden, doch habe er bereits
schriftlich mitgeteilt, dass er den Antrag weiterhin aufrecht erhalten werde, berichtete Schmidt.
Einen ganz neuen Ansatz versucht nun Wolfgang Hofmann (FWG), erster Kreisbeigeordneter und Mitbegründer des
Fördervereins. Er unterbreitete Erwin Schmidt vor rund vier Wochen telefonischen den Vorschlag, für das Forum eine
Einstufung als Denkmal von nationaler Bedeutung zu beantragen.
Professor Siegmar Freiherr von Schnurbein, Vorstandsmitglied des Vereins und leitender Direktor der römisch-germanischen
Kommission, zeigte sich von dieser Idee sehr angetan. Er wird nach Angaben von Schmidt drei international anerkannte
Wissenschaftler um die Erstellung von Gutachten bitten, damit diese Einstufung erzielt werden kann. Sollte das gelingen,
machte Schmidt im Ausschuss klar, besteht die Möglichkeit auf Unterstützung durch Bundesmittel.
Holger Wörner (FWG) ging sogar noch einen Schritt weiter. Er stufte das Forum nicht nur als deutsches, sondern als
internationales Denkmal ein. Dementsprechend müsse auch versucht werden, auf dieser Ebene, zum Beispiel über
EU-Mittel, Geld herein zu holen.