Römerforum: Fluch oder Segen?
Podiumsdiskussion auf Einladung der Lahnauer CDU
Von Annette Greier

Lahnau - Waldgirmes (ag). Eine große Chance, aber auch eine große finanzielle Bürde für Lahnau - das ist das römische Forum in Waldgirmes, so das Fazit aus der Podiumsdiskussion, zu der die CDU in das Gasthaus Failing eingeladen hatte. Das Thema lautete "Aus Liebe zur Heimat: Heimatmuseum und Römerforum finanzierbar halten!"
Richtet man sich nach der FWG, auf der Veranstaltung vertreten durch den Fraktionsvorsitzenden Holger Wörner, so wurde am Römerforum bereits zu viel Geld in den Grundstückskauf gesteckt. Da die Funde am Forum europaweite Bedeutung haben, sollten auch entsprechende Mittel aus Land, Bund und EU zur Verfügung gestellt werden, so Wörner.
Die Überlegung, dass die Exponate des Forums im Heimatmuseum Waldgirmes gezeigt werden, hielt der Freie Wähler für wenig sinnvoll. Eine Ausstellung mache nur in direkter Umgebung der Grabungsstätte Sinn, so Wörner, doch auch diese sei von der Gemeinde allein nicht finanzierbar.
Erheblich offensiver ging Brigitte Sauter-Hill von den Grünen das Thema an. Sie verwies darauf, dass die heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahnau (HAG) und der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes, vor allem in der Person von Erwin Schmidt, der Gemeinde durch vielfältiges Engagement sogar eine Menge Geld gespart hätten. Sie verglich die Investitionen, die in den vergangenen Jahren unter anderem in Baumaßnahmen von Sportstätten und Bürgerhäusern gesteckt wurden, mit jenen, die in die Wahrung der geschichtlichen Zeugnisse Lahnaus flossen. Ihrer Ansicht nach waren diese Ausgaben sinnvoll und stellen eine Zukunftsinvestition dar: "Auf dieser Fläche (= Römerforum) liegt ein Teil unserer Geschichte, die wir erhalten und pflegen sollten." Klaus Röttger, Bodendenkmalpfleger des Lahn-Dill-Kreises, sieht das Forum sogar als Riesenchance für die Kommune: Ein Ausbau des römischen Forums und der Fundamente könnten Lahnau zu einem Zentrum für archäologischen Tourismus machen. Mit der Aufschüttung des Fürstenhügels sowie einem geplanten Museum werde in Glauberg (Wetteraukreis) dieses Konzept erfolgreich demonstriert. Er plädierte dafür, die Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen, damit die immer wieder öffentlich ausgetragenen Unstimmigkeiten beigelegt werden können. Ein wichtiger Schritt zur Vermittlung war durch die Mediation erreicht worden, die zum Abschluss der Trägerschaftsverträge zwischen der Gemeinde Lahnau, der HAG und dem Förderverein geführt hatte. Doch die von Bürgermeister Roland Schleenbecker (parteilos) beschworene verbesserte Atmosphäre war nur bedingt überzeugend. Denn Erwin Schmidt, zweiter Vorsitzender der HAG, war mit der Begründung, er sei nicht offiziell eingeladen worden, nicht zu der Veranstaltung erschienen. Stattdessen ließ er vom Vereinsvorsitzenden Berthold Burzel eine Stellungsnahme verlesen.

Schmidt greift CDU an
Darin kritisierte er ein Flugblatt der CDU-Fraktion, der er fehlende Sachkenntnis und falsche Vergleiche vorwarf. Die aufgeführten Haushaltsmittel 2002 bis 2004 von 200.000 Euro für das Heimatmuseum und 250.000 Euro für das Römerforum durch Landkauf am Forum und Baumaßnahmen am Museum bedeuteten Vermögenswerte der Gemeinde. Den Großteil der Grabungskosten würden Kreis und Land sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft tragen. Die Kosten für das Museum beliefen sich hingegen dank der Arbeit der HAG in fast 20 Jahren auf weniger als 30 000 Euro.
Als Fazit bleibt, dass die Besucher der Podiumsdiskussion zwar sowohl eine fachkundige Betreuung des Heimatmuseums als auch den Bau einer Repräsentationsanlage am römischen Forum für Wünschenswert halten. Doch angesichts der Haushaltslage nicht nur der Gemeinde selbst, sondern auch von Kreis, Land und Bund, müsse das Wünschenswerte dem Machbaren weichen. Einig war man sich, dass trotzdem kontinuierlich und langfristig beide Projekte im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gefördert werden müssen und nach neuen Wegen der Finanzierung gesucht werden sollte.