Landerwerb im Bereich Römerforum
Nachdem das Gelände nicht mehr im Gewerbegebiet ist
Von Annette Greier

Lahnau - Waldgirmes (ag). Noch vor wenigen Wochen hatte der Förderverein für archäologische Forschungen am römischen Stützpunkt Lahnau-Waldgirmes auf seiner Jahreshauptversammlung heftige Kritik an der Gemeindeverwaltung geübt. Grund: Der Landerwerb im Bereich des Römerforums werde nicht ausreichend vorangetrieben, obwohl ein entsprechender Parlamentsbeschluss vorlag. Nun geht es mit dem Geländeankauf voran.
Dabei war es gerade dieser Parlamentsbeschluss vom 31. Mai 2001, der für die Lahnauer Verwaltung die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern erheblich erschwerte. Die Gemeindevertretung hatte nämlich beschlossen, dass nicht mehr als 7,50 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden sollten. Für viele der Grundstücksbesitzer war dieser Preis nicht akzeptabel, insbesondere da zu diesem Zeitpunkt noch ein Aufstellungsbeschluss aus der Zeit vor der Entdeckung des römischen Forums vorlag, nach dem das Areal ein Gewerbegebiet hätte werden sollen. Bei manchen Grundstücksbesitzern ist diese Haltung nach wie vor unverändert, obwohl die Gemeindevertretung vor dem Hintergrund der Wichtigkeit der Funde an der Grabungsstelle und deren Bedeutung für die Römerforschung beschlossen hat, den Aufstellungsbeschluss aufzuheben. In dem neuen, seit 31. Juli 2003 gültigen Bebauungsplan "Römisches Forum" ist das Areal nicht mehr als Gewerbegebiet vorgesehen.
Über die Folgeentwicklung werden die Eigentümer auf einer Eigentümerversammlung informiert werden. Doch inzwischen ist Bewegung in den Grundstückspoker gekommen: In den letzten Wochen haben mehrere Besitzer ihre Grundstücke verkauft, beziehungsweise ihre Verkaufsbereitschaft signalisiert. Dies mag vielleicht an den geänderten Rahmenbedingungen gelegen haben oder ein Ergebnis der persönlichen Gespräche gewesen sein, die Bürgermeister Schleenbecker (parteilos) mit den Besitzern geführt hatte. Tatsächlich bleibt Grundstücksbesitzern nur die Wahl des Verkaufs oder des Landtausches. Da das Areal, auf dem sich das Römerforum befindet, von öffentlichem Interesse ist, hat die Gemeinde die Möglichkeit, alternativ zum Kauf einen Grundstückstausch anzubieten.
Bürgermeister Schleenbecker zeigte sich mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden und ist froh, dass sich die ursprünglich harte Front gelöst hat. Er ist optimistisch, dass noch andere Grundstücksbesitzer nachziehen. Damit würde die Gemeinde endlich das Ziel des vollständigen Grunderwerbs im Bereich des Römerlagers erreichen. Dies ist vor allem wichtig in Hinsicht auf Fördergelder von Land und Bund. Um diese Mittel noch optimaler für die Förderung und Sicherung der Ausgrabungen zu nutzen, gibt es zudem Überlegungen, die Trägerschaft für das Römische Forum auf den Förderverein für die archäologischen Forschungen am römischen Stützpunkt Waldgirmes zu übertragen. Anfang Oktober ging dem Verein bereits ein Entwurf des Trägerschaftsvertrages zu.