Der Förderverein will Bauantrag für Aufbau des Römerforums selbst stellen
Kritik am zögerlichen Verhalten der Gemeinde Lahnau

Von Annette Greier Waldgirmes (ag). Vor der eigentlichen Tagesordnung stand für die Mitglieder des Fördervereins für archäologische Forschungen am römischen Stützpunkt Lahnau-Waldgirmes eine Besichtigung des Grabungsfeldes. Vor Ort erläuterte Dr. Armin Becker von der römisch-germanischen Kommission und einer der Grabungsleiter die Ergebnisse der jüngsten Grabungen. Bei der anschließenden Sitzung wurden zunächst den Formalien Genüge getan, indem die Geschäfts- und Kassenberichte vorgelegt und der Vorstand entlastet wurde. Die Neuwahl des Vorstandes brachte keine Neuerungen, sämtliche Amtsinhaber wurden wiedergewählt.
Erst bei dem Tagesordnungspunkt "Information über den Stand der Sicherung der Forumfundamente" wurde es lebhafter. Dr. Becker erläuterte, dass die Seitensteine der Fundamente zwar noch stabil seien, jedoch bei den kleineren Steinen erhebliche Frostschäden festzustellen seien, so dass es zu Oberflächenverlusten komme.
Darum einigte man sich darauf, einen Antrag an die Gemeinde für einen verbesserten Winterschutz der Fundamente zu stellen. Dabei geht es in erster Linie um die Kostenübernahme für das Material durch die Gemeinde, die Arbeiten selbst werden vom Verein durchgeführt. Kritik gab es an der Verwaltung der Gemeinde Lahnau, die nach Meinung der Vereinsmitglieder den Landerwerb im Bereich des Forums nicht ausreichend vorantreibe, obwohl der entsprechende Parlamentsbeschluss vorliege.
Außerdem sei auch noch kein Bauantrag eingereicht worden, wodurch die Planungen, das Forum aufzubauen, erheblich erschwert werden. Es ist vorgesehen, die alten Steinfundamente auf 70 Zentimeter aufzumauern und sich dabei der historischen Bauweise zu bedienen. Der Verein hat bereits Kostenvoranschläge von zwei spezialisierten Firmen eingeholt.
Werde der Bauantrag jedoch nicht bis zum 31. Mai 2004 eingereicht, "können wir 2005 abhaken", so die anwesenden Fachleute. Es geht aber auch um viel Geld, denn die Klärung der Eigentumsverhältnisse ist Voraussetzung für die Bereitstellung von Mitteln durch die Stiftung deutscher Denkmalschutz. Da das Spendenaufkommen auch dieser Stiftung in den letzten Jahren gesunken sei, so Professor Dr. Siegmar Freiherr von Schnurbein, Vorstandsmitglied und leitender Direktor der römisch-germanischen Kommission, müsse das Ganze sofort auf den Weg gebracht werden, damit man Chancen auf die Zuschüsse habe. Seiner Meinung nach verhalte sich die Gemeinde in Bezug auf dieses Denkmal sehr nachlässig, die Verzögerungen seien völlig unverständlich. Um den Zeitverlust in möglichst engen Grenzen zu halten, stimmten alle Anwesenden schließlich zu, dass der Verein selbst einen Bauantrag vorbereitet und die Gemeinde davon in Kenntnis setzt. Sollte bis zur genannten Frist von Seiten der Gemeinde Lahnau nichts geschehen sein, wird man den Antrag selbst einreichen.
Außerdem will man wegen der Kostenübernahme an den Denkmalbeirat des Lahn-Dill-Kreises herangehen. Zum Abschluss der Veranstaltung hielt Dr. Gabriele Rasbach einen Vortrag über die bisherigen Funde in Waldgirmes.